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Pressebericht VilBelMonte - Kindermusical "Luther"

03.07.2017

Martin Luther und der Thesenanschlag

 

Heilsberger Kinderchöre führen zweimal Musical zur Reformation auf

 

Vor 500 Jahren, am 31. Oktober 1517, hat Martin Luther seine 95 Thesen zum Ablasshandel veröffentlicht. Dies war der Anlass für die Kinderchöre der Heilig-Geist-Gemeinde, ihr diesjähriges Musical „Martin Luther“ aufzuführen und ihr Publikum in die damalige Zeit mitzunehmen. 

 Während sich die Kirche füllt, merkt man den 36 kleinen Darstellern und Darstellerinnen zwischen fünf und elf Jahren bereits die Anspannung an. Eine Fanfare kündigt den baldigen Beginn an und die anspruchsvolle Erzählung beginnt mit Martin Luther als Kind und wie streng er Schule und Familie erlebt: Weil sein kleinerer Bruder in der Schule nicht die richtige Antwort wusste, musste dieser die Eselsmaske tragen und wurde von seinem Vater mit der Rute bestraft, wie es damals auch in der Schule üblich war.

Die Kinder stellen die einzelnen Szenen nicht nur sehr engagiert, sondern auch mit viel darstellerischem Geschick und sehr viel Gespür dar.

Die Rolle das Martin Luther übernehmen Emilie Hermann, Alina Rottländer und Antonia Gunkel. Es war spannend zu beobachten, wie jede die Rolle interpretierte. Gänsehaut bekamen die Zuschauer vor allem bei der Gewitterszene (Emilie Hermann) in der Luther versprach ins Kloster zu gehen, wenn Gott ihn vom Unwetter verschont. Neben ihr brillierte auch Alina Rottländer in Gesang und als Darstellerin beim Thesenanschlag. Ebenso Antonia Gunkel, die in einem sehr anspruchsvollen Dialog zusammen mit Amelie Völker das Publikum beeindruckte.

Die Tischszene vom Anfang wurde am Ende wiederholt, nur dass es mit Martin Luther als Vater deutlich weniger streng zuging. Am Tisch wurde nicht mehr ausführlich in Latein sondern in Deutsch gebetet, die Bestrafung mit der Rute blieb aus und der arbeitsame Martin Luther wird von den Kindern liebevoll mit seinem eigenen Lieblingslied „Vom Himmel hoch da komm ich her“ zum Mittagessen geholt.

Das Musical hat Gerd-Peter Münden komponiert (Text von Brigitte Antes). Musikalisch beginnt es mit Klängen aus der damaligen Zeit, der Renaissance. Eingebaut sind zudem bekannte lutherische Kirchenlieder wie „Ein feste Burg ist unser Gott“ oder „Nun freut euch, liebe Christen g’mein“. Auch diese Stücke sind sehr an ihre Zeit angelehnt, enthalten aber auch moderne Akzente. Bei dem Chorstück „Reise nach Rom“ werden Elemente verwendet, die der Römerzeit zugeordnet werden können und in dem „Lied der Possenspieler“ (Martha Girmay-Jakob, Lara Henschel und Emilie Hermann) werden die Zuschauer mit sehr fantasievollen Kostümen musikalisch und pantomimisch in die Burgen des Mittelalters geführt.

Professionelle musikalische Unterstützung erhielten die Akteure von Bülent Ates (Schlagzeug), Lena Bourgeon (E-Piano), Iris Schwarzenhölzer und Eva Rudolph (Blockflöte) sowie Ute Jakobi (Klarinette). Die musikalische Leitung lag bei Geraldine Groenendijk, die bemerkenswerter Weise während der Aufführung noch Zeit fand die Regie (Melanie Dudda und Vivienne Bourgeon) beim Auf- und Abbau zu unterstützen. Geprobt wurde an den Aufführungen seit Januar. Sehr vieles wurde an einem Chorwochenende in einer Jugendherberge eingeübt. Neben der Musik und Solostimmen konnte die Darstellung der Sprechrollen in kleinen Gruppen eingeübt werden. Erwähnt werde sollte noch Phillip Dudda (15 Jahre), der für die gesamte Technik verantwortlich war.

Nach der Zugabe, bei der alle mitklatschten, entließen die Heilsberger Kinder ihr glückliches Publikum in den Sonntagabend.

Am Freitagvormittag wurde das Musical bereits für die Heilsberger Ernst-Reuter-Schule in der Kirche aufgeführt. Das hat bereits Tradition. Doch obwohl am Sonntag viele Eltern und Großeltern im Publikum waren sagte eine Darstellerin: „Bei der Vorstellung am Freitag war ich mehr aufgeregt, weil da meine Lehrerin und meine Klassenkameraden da waren!“.

 

Marcus Bourgeon