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Gedanken zum Abschied von unserer Pfarrerin Dr. Irene Dannemann

10.09.2018
Also da waren sich alle einig. Das war ein würdiger, wohl auch gelungener Abschied.
Am 29. Juli um 14.00 Uhr wurde unsere Irene, Pfarrerin Dr. Dannemann, in einem großen festlichen Gottesdienst von Dekan Volkhard Guth als Pfarrerin unserer Heilig-Geist-Gemeinde entpflichtet. Mit passenden, ergreifenden Worten von allen, mit großartiger Musik aller Gruppen und Generationen unserer Gemeinde und einem anschließenden Empfang vor der Kirche bei strahlendem Sonnenschein.
Aber was es eben doch war, ist und bleibt, es ist ein Abschied. Abschied von einer Zeit, einer Generation der Zusammenarbeit, von einem Kapitel Gemeindegeschichte am Heilsberg.
Begonnen vor 17 Jahren mit einer jungen Pfarrerin, voller Ideen, voller Aufgeklärtheit, Willen und Kraft – und einem Kirchenvorstand, der eigentlich das genaue Gegenteil verkörperte. Anke Grau hat in ihrer fabelhaften Würdigung während des Gottesdienstes ausführlich darüber gesprochen. Ich selber wohnte damals nicht einmal in Vilbel, und kann wenig zu den sicherlich häufigen Meinungsscharmützeln im Kirchenvorstand und in der Gemeindearbeit sagen. Aber vorstellen kann ich sie mir gut.
 
Als ich Irene vor fast neun Jahren in der Gemeinde als unerfahrener, frischer Kirchenvorsteher kennenlernte, merkte ich sofort: Hier war in Einklang: intellektuelle Sicherheit, mitmenschliche Selbstverständlichkeit und eine klare selbstbewusste Identifikation mit ihrer Rolle und ihrer Aufgabe.
 
Und das hat mich gefreut und mich immer wieder seit dieser Zeit motiviert. Was Irene in den letzten 17 Jahren auf die Beine gestellt und geleistet hat - besonders auch im Team mit ihrem Mann Hans-Günter, können und müssen wir nicht aufzählen. Wichtiger ist mir, die Lebendigkeit und geistliche Durchdringung hervorzuheben, die besonders in ihrer Gottesdienstarbeit deutlich wurde, diese Begeisterung für das Wort, dessen Mut machende Kraft nicht einfach herbeigebetet wurde, sondern die Irene in vielen Predigten, Gesprächen und Diskussionen vital und greifbar lebendig werden ließ.
 
Sicherlich hat die aufreibende Arbeit im Gemeinde-Alltag ihr nicht immer viel Raum für diesen wichtigen Bereich ihrer zig Pflichten gegönnt. Dennoch bleibt diese ihre Leistung für mich persönlich die wichtigste. Und deshalb bin ich zuversichtlich für die Zukunft sowohl ihrer neuen Gemeinde, wie auch für unsere hier am Heilsberg.
 
Der Abschied fiel und fällt schwer, aber wir können und wollen Irene fröhlich dankbar sein, und wir sind sicher, dass sie auch in Zukunft das Wort dahin stellt, wo es hingehört: an den Anfang.
                                                                                                            Dr. York Fanger
 

Foto: Abschied